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Landschaftsfotografie

Landschaftsfotografie – 9 Tipps für den „Wow“-Effekt
Juli 21, 2016 parkerandarrow

Landschaftsfotografie gekonnt verewigen:
Das Problem: Unsere Sinne erleben beim Betrachten mehr, als wir mit einem einfachen Schnappschuss festhalten können.

Von langweilig zu „Wow“ mit 9 einfachen Tipps

Mal wieder einer dieser Momente: Du blickst auf schneebedeckte Berge, kleine Flüsse, romantische Täler, tiefe und geheimnisvolle Wälder oder das unendliche Meer. Bist einfach nur sprachlos und unglaublich beeindruckt. Diesen unvergesslichen Ort – du willst ihn festhalten. Für dich, für deine Freunde und Familie.

Eigentlich scheint es recht einfach, eine Landschaft zu fotografieren. Eigentlich. Hast du nicht staunend ins Tal geblickt? Wie kann es sein, dass nichts von diesem Zauber auf deinem Foto zu erkennen ist?

Das Problem: Unsere Sinne erleben beim Betrachten mehr, als wir mit einem einfachen Schnappschuss festhalten können. Deshalb braucht man einige Tricks, um die Landschaft genauso grandios auf einem Foto festzuhalten, wie sich uns bietet.

TIPP 1: Wähle die richtige Tageszeit

Die schönsten Aufnahmen in der Natur entstehen außerhalb der Mittagszeit, also am Vormittag oder am Nachmittag. Besonders stimmungsvoll werden die Fotos, wenn du die Zeit des Sonnenaufgangs oder die abendliche Dämmerung wählst.

Wer in der Dämmerung fotografieren will, sollte sich nochmals mit den Kameramodi auseinandersetzen (also das ist generell hilfreich;)) da eine längere Belichtungszeit nötig ist.

„Die schönsten Aufnahmen in der Natur entstehen außerhalb der Mittagszeit, also am Vormittag oder am Nachmittag. Für Aufnahmen in der Dämmerung ist ein Stativ auf Grund der Belichtungszeit sinnvoll.“

Außerdem ist bei diesen Aufnahmen ein Stativ sehr sinnvoll. Schon bei einer Belichtungszeit von 1/10 Sekunde kann dein Bild verwackeln, da unsere Hand dafür zu unruhig ist. Heute gibt es kleine praktische Stative, die man an Bäumen festschrauben kann oder aber Reisestative die so kompakt sind, dass Sie in jeden Rucksack passen  – die idealen Helfer also für Landschaftsfotografie.

Solltet ihr kein Stativ besitzen, könnt ihr natürlich auch beispielsweise eine Jacke unter die Kamera legen, die Kamera auf’s Autodach stellen usw. Hauptsache, die Kamera liegt absolut ruhig!

TIPP 2: Halte dich an gerade Linien und an den Goldenen Schnitt

Der Horizont muss in einem Landschaftsfoto immer gerade sein. Landschaftsfotografie lebt von Geradlinigkeit und Ordnung, zumindest meistens. Könnte ein geradezu deutsches Konzept sein 😉 Gegebenenfalls kann man schräge Linien später zwar auch mit einem Fotoprogramm begradigen – aber am besten werden Fotos bei denen der Horizont von Anfang an eine gerade Linie ist. Falls kein Horizont sichtbar sein sollte, müssen alle vorhandenen natürlich-geraden Linien gerade sein. Das kann ein Weg, ein Haus im Hintergrund oder auch ein Baum sein.

Auch der berühmte Goldene Schnitt spielt eine wichtige Rolle. Die Regeln des Goldenen Schnitts hältst du ein, indem du dein Bild gedanklich unterteilst. Ganz grob entspricht das in etwa dem Verhältnis ⅓ zu ⅔ . Diese Regel zählt sicher zu den wichtigsten der Fotografie und wird dementsprechend also auch bei fotografieren von Portraits oder bei der Architekturfotografie angewendet.

„Der Eyecatcher des Bildes sollte niemals direkt in der Mitte des Bildes, sondern immer etwas außerhalb sein. Das gilt für die horizontale Linie genauso, wie für die Senkrechte. Ausnahmen bilden Stege oder Wege, die von vorne direkt in die Mitte des Bildes laufen.“

Der Eyecatcher des Bildes sollte niemals direkt in der Mitte des Bildes, sondern immer etwas außerhalb sein (in etwa auf einer ⅓ Linie). Das gilt für die horizontale Linie genauso, wie für die Senkrechte.

Ausnahmen bilden Stege oder Wege, die von vorne direkt in die Mitte des Bildes laufen und deshalb optisch vorne breiter als hinten sind. Allerdings sollte niemals ein einsamer Baum, ein Schiff auf dem Meer, ein Berg oder eine Straße in der absoluten Mitte des Fotos platziert werden. Nicht nur in der Landschaftsfotografie nimmt das den Bildern die Dynamik

Viele Kameras geben heute bereits für den Sucher oder für das Display verschiedene Hilfsraster vor, bei denen auch der Goldene Schnitt gewählt werden kann. Wenn dir deine Kamera diese Möglichkeit bietet, nutze sie!

 TIPP 3: Suche das Besondere: Spiegelungen und andere Eyecatcher

Es reicht nicht, einfach nur einen wunderbaren Ausblick zu genießen und ihn zu fotografieren. Schau dich mit dem Auge eines Fotografen nach einer Besonderheit um, die auf dem Foto eine wichtige Rolle einnehmen könnte. Das könnte eine Spiegelung in einem See oder einer großen Wasserpfütze sein. Das könnte aber auch ein besonders geformter krummer Ast eines Baumes, eine einzeln wachsende Blume, ein schräger Zaun, eine alte Bank, ein Wegweiser oder eine Muschel am Strand sein.

„Das besondere Merkmal, das du in der Landschaft findest, kann als Vordergrund für dein Bild dienen oder seitlich nach den Regeln des Goldenen Schnitts im Foto platziert werden.“

Das besondere Merkmal, das du in der Landschaft findest, kann als Vordergrund für dein Bild dienen oder seitlich nach den Regeln des Goldenen Schnitts im Foto platziert werden. Damit erhält die Landschaftsfotografie die nötige Spannung.

TIPP 4: Wechsle die Perspektive

Die atemberaubendsten Landschaftsaufnahmen entstehen oft wenige Zentimeter über dem Boden. Ein Stein, der von oben langweilig wirkt, erinnert aus der Wurm-Perspektive an einen beeindruckenden Felsen, der dann völlig zurecht im Vordergrund des Bildes stehen darf.

„Flexibilität bei der Suche nach der richtigen Perspektive ist das A und O. Teste unterschiedliche Positionen um die Landschaft richtig in Szene zu setzen.“

Überhaupt lohnt es sich, für gute Aufnahmen auch mal in die Knie zu gehen! Manchmal sieht man nur eine „schöne“ Landschaft – aus Kniehöhe ist sie jedoch überwältigend! Was Stative betrifft, so sind diese hier hauptsächlich nur bei schlechten Lichtverhältnissen oder bei Langzeitaufnahmen notwendig. Wichtiger ist deine Flexibilität bei der Suche nach der richtigen Perspektive.

TIPP 5: Wähle das richtige Wetter

Es erscheint vielleicht nicht ganz logisch – aber ein blauer Himmel erzeugt nur bei den wenigsten Landschaftsaufnahmen die Stimmung, die man sich erwünscht. Die besten Aufnahmen entstehen, wenn dunkle Wolken über einen blauen Himmel ziehen, und durch einige der Wolken noch die Sonne durchstrahlt. Schöne und angenehme Sommertage liefern „angenehme“ Fotos – nicht mehr! Wer mit seinen Landschaftsfotos beeindrucken will, zieht kurz vor einem bevorstehenden Unwetter los, wenn die Welt in ein dramatisches Licht getaucht ist. Natürlich muss man dabei Vorsicht walten lassen. Aber auch der Morgennebel liefert gute Fotos. Ein besonderes Licht entsteht außerdem direkt nach einem Regenschauer, da sich dann die Sonne in zahllosen kleinen Wassertropfen widerspiegelt.

„Schöne und angenehme Sommertage liefern „angenehme“ Fotos – nicht mehr! Morgennebel, aufziehende Wolken oder auch Aufnahmen nach einem Regenschauer verleihen dem Bild mehr Dramatik.“

Aber Achtung: Bei Wind wirken Bilder gerne leicht unscharf, weil Blätter und Gräser in ständiger Bewegung sind. Das richtige Wetter für Landschaftsfotografie zu finden, ist deshalb nicht ganz so einfach. Erfahrene Landschaftsfotografen bleiben jedoch bei blauen Himmel zuhause und gehen dann los, wenn Wolken zu sehen sind! Auf diese Faustregel ist immer Verlass.

 

TIPP 6: Verwende Filter

Zunächst zu den Filtern, die du in dein Kameraequipment aufnehmen kannst (also quasi keine digitalen Filter): Einer der beliebtesten Filter der Landschaftsfotografen ist der Polfilter. Er zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er den Farben eine gewisse Dramatik und Tiefe verleiht und für Spiegelungen sehr gut geeignet ist. Allerdings hat ein Polfilter zahlreiche gegensätzliche Möglichkeiten. Wie er wann wirkt, hängt davon ab, wie er auf das Objektiv geschraubt wird. Wenn du zum ersten Mal einen Polfilter verwendest, solltest du dich damit auseinandersetzen.

Grob gesagt, filtert ein Polfilter bestimmte Lichtwellen weg oder verstärkt diese. Du kannst ihn also beispielsweise zum Entspiegeln verwenden und damit durch ein Schaufenster durchfotografieren, ohne dass dein Spiegelbild zu sehen ist. Das gleiche gilt folglich auch für Spiegelungen auf der Wasseroberfläche: Du kannst den Filter in eine Richtung drehen und den Grund und Fische fotografieren, oder den Filter in die andere Richtung drehen und die Spiegelung der Bäume verstärken.

„Polfilter lassen Farben satter wirken und können sowohl Spiegelungen verstärken als auch Oberflächen entspiegeln. Grauverlaufsfilter wirken Überbelichtungen entgegen.“

Auch Grauverlaufsfilter sind sehr beliebt. Damit kann man den Himmel etwas abdunkeln. Auch bei Landschaftsfotografie mit schneebedeckten Bergen kommt es ohne Grauverlaufsfilter leicht zu einer Überbelichtung des Schnees. Die Wirkung der Filter darf nicht unterschätzt werden. Die meisten Landschaftsaufnahmen, die uns wirklich berühren, haben dank eines Filters das gewisse geheimnisvolle Extra erhalten. Wer ohne Objektiv arbeitet, kann auf die digitalen Filter seiner Kamera zurückgreifen oder seine Fotos anschließend per App mit Filtern bearbeiten. Hier gibt es mittlerweile schon zahlreiche Möglichkeiten die wir euch gesondert vorstellen werden.

TIPP 7: Die richtigen Kameraeinstellungen

Für all die Alibi Leser hier, die eigentlich ohne Aufwand fotografieren wollen: Wählt den Landschaftsmodus aus 😉 Beeindruckender werden deine Fotos jedoch, wenn du mit den Möglichkeiten spielst.

Gute Landschaftsfotos zeichnen sich (im Gegensatz zu vielen Portraits) durch eine gleichmäßige Schärfe aus. Du willst nicht nur ein bestimmtes Objekt, sondern alles um dich herum einfangen. Diese Wirkung erzielt man mit einer kleinen Blende. Das heißt, die Blende muss so hoch wie möglich eingestellt sein, denn je kleiner die Blende, desto höher die Zahl. Gut geeignet ist beispielsweise Blende F16. Wenn du noch höher gehen kannst, umso besser! Die Möglichkeiten sind von der Qualität deiner Kamera und deines Objektivs abhängig.

„Gute Landschaftsfotos zeichnen sich durch eine gleichmäßige Schärfe aus. Wähle eine hohe Blendenzahl, einen niedrigen ISO-Wert und eine kurze Belichtungszeit.“

Dazu kommen oft eine kurze Belichtungszeit und ein niedriger ISO-Wert, damit die großen Flächen wie der See oder der Himmel nicht rauschen. Man kann diesen Effekt natürlich auch bewusst erzielen und somit Landschaften wie aus Watte erschaffen.

Wenn du in der Dämmerung fotografieren willst, solltest du dich mit der Langzeitbelichtung auseinandersetzen. Bilder mit Langzeitbelichtung gehören in der Landschaftsfotografie zur Königsdisziplin und sind dennoch von jedermann umsetzbar. Einen ausführlichen Artikel mit Anleitung zur Langzeitbelichtung findest du hier:

LESETIPP: Landschaftsfotografie mit Langzeitbelichtung

TIPP 8: Zeige die Größe der Landschaft mit Weitwinkel

Landschaftsfotografie bedeutet in vielen Fällen: Weitwinkel. Du willst die beeindruckende Weite einfangen, keine halben Sachen. Viele Systemkameras haben sehr gute Weitwinkel-Objektive und selbst für Smartphones gibt es kleine Mini-Objektive, die man vor den Sucher klemmen kann oder eine eigene Panorama Funktion. So hast du heute sogar mit einfachsten Mitteln die Möglichkeit, mit Weitwinkel zu arbeiten & benötigst keine DSLR.

„Mit einem Weitwinkelobjektiv erhält die Landschaft dramatische Linien, und natürlich wird das gesamte Motiv, das du mit deiner Kamera erfassen kannst, um einiges größer. Stürzende Linien kannst du nachträglich entzerren.“

Mit einem Weitwinkelobjektiv erhält die Landschaft dramatische Linien, und natürlich wird das gesamte Motiv, das du mit deiner Kamera erfassen kannst, um einiges größer. Leider haben Weitwinkelfotos den Nachteil, dass „stürzende Linien“ entstehen. Wundere dich also nicht, wenn dein Weitwinkelfoto im wahrsten Sinne des Wortes schräg wirkt. Senkrechte Linien verlaufen bei Weitwinkelfotos schräg von innen nach außen. Falls dir der Effekt nicht gefällt, kannst du mit guten Fotoprogrammen die Linien geraderücken. Dabei wird das Foto „entzerrt“. Auch gute Apps haben heutzutage diese „Entzerren“-Funktion.

TIPP 9: Sei auf alles vorbereitet!

Wer sich zum Fotografieren in die Landschaft begibt, muss auf einiges vorbereitet sein. Vom in der Wildnis lebenden Aussteiger bis zum Tornado.

Nimm eine gute Unterlage mit, auf die du dich legen kannst. Außerdem sollte eine wasserdichte Fototasche auf keinen Fall fehlen. Da die Lichtverhältnisse gerade bei wechselhaftem Wetter am besten sind, werden Fotografen nicht selten von Regenschauern oder Gewittern überrascht. Wenn du im Winter oder nördlichen Regionen unterwegs bist, musst du dein Equipment gegebenenfalls auch gegen Kälte schützen können. Falls du die Möglichkeit hast, dann besuche einen Aussichtspunkt mehrere Male und entscheide dich dann für die beste Tageszeit und packe gezielt deinen Rucksack mit dem Equipment, das du brauchst (Stativ? Filter? Objektiv? Vino & Mangiare?).

Oft sieht man jedoch eine Landschaft auch nur einmal und völlig überraschend, sei es während einer Wanderung oder einer Autofahrt. Dann musst du mit den Lichtverhältnissen arbeiten, die vorhanden sind und mit der Einstellung der Blende und den richtigen Filtern versuchen, das Beste daraus zu machen. Keine Panik! Manchmal entstehen ganz unverhofft die besten Bilder!

Landschaftsfotografie braucht vielleicht etwas Routine, aber wenn du den Dreh erstmal raus hast, versetzen dich deine Bilder wieder direkt zurück und in den Tagträummodus.

Was sind eure Erfahrungen? Worüber würdet ihr gerne mehr erfahren? Kritik, Anregungen und Liebesbriefe gerne in die Kommentare!

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