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Langzeitbelichtung – Unsere 6 besten Tipps und Ideen

Von in Fotografie, Grundlagen

Langzeitbelichtung – Wir zeigen dir wie’s geht:
Lichtspuren, weiche Wolken &  beeindruckende Wasserfälle

Die roten Rücklichter der Autos ziehen sich als leuchtende Streifen durchs Bild. Der wilde Wasserfall erinnert an eine sanfte Wolke. Die Sterne am Himmel hinterlassen eine lange, gebogene Leuchtspur im Dunkel der Nacht.  Beeindruckende Fotos dieser Art kennt jeder! Die Frage ist nur: Wie macht man das?

Das Zauberwort heißt „Langzeitbelichtung“. Und: Es ist ganz einfach! Langzeitbelichtung lässt die Bewegung im Bild deutlich werden und sie fängt auch dann Licht ein, wenn es mit einer normalen Belichtungsdauer eigentlich nicht mehr möglich ist. Damit dein Foto so gut wird wie du es dir erträumst, haben wir eine Reihe von Tipps zusammengestellt.

& aaaaab dafür:

TIPP 1: Das Equipment muss stimmen

Du brauchst für Arbeiten mit der Langzeitbelichtung eine Kamera oder ein Smartphone, an der du die Belichtungszeit, ISO und Blende manuell einstellen kannst.

Außerdem ein gutes, stabiles Stativ (ein stabiler Untergrund eignet sich notfalls auch) und für Motive bei Tag(!) Graufilter bzw. ND-Filter. Sie werden unter beiden Namen verkauft. Einfach mal im Bekanntenkreis rumfragen – evtl. kannst du dir das Equipment für deine ersten Versuche leihen. Wir tauschen unser Objektive & Co auch häufig mit Freunden aus, da es einfach sooo viel Auswahl gibt 🙂 .  Die Größe des Filters richtet sich nach der Diagonalen deines Objektivs.

„Du benötigst eine Kamera mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten (Belichtungszeit, ISO, Blende), ein Stativ und einen Fernauslöser. Für Motive bei Tag ist ein Graufilter sinnvoll, für Motive bei Nacht solltest du den Sucher/Display abdecken.“

Einen Fernauslöser (mittlerweile ermöglichen das ja auch zahlreiche Apps), über den du den Auslöser betätigen kannst, solltest du auch haben. Bei der Langzeitbelichtung werden die kleinsten Bewegungen eingefangen. Schon das Drücken auf den Auslöser kann zu dem unschönen Effekt führen, dass einige Linien im Bild doppelt zu sehen sind. Wenn du keinen Fernauslöser hast, reicht jedoch auch notfalls der Selbstauslöser.

Für Aufnahmen bei Nacht außerdem daran denken, Sucher und Display auf der Rückseite abzudecken (Stichwort Okularabdeckung! oder einfach ein Tuch 😉 ). Andernfalls verringern Streulicht/das Leuchten des Displays den gewünschten Effekt.

TIPP 2: Experimentiere mit der Belichtungszeit

Die Belichtungszeit gibt vor, wie lange Licht auf den Bildsensor fallen soll. Man kann sich also einen kleinen Vorhang (=Verschluss) vorstellen, der sich für die gewünschte Belichtungszeit (=Verschlusszeit) öffnet. Die Angabe erfolgt in Sekunden.

Wie der Name schon sagt, geht es hier um Lang-zeit-belichtung. Der Vorhang fällt hier also nicht wieder direkt – quasi Programm all night long! Bei vielen Kameras beträgt die voreingestellte längste Belichtungsmöglichkeit 30 Sekunden.

„Die Belichtungszeit regelt, wie lange Licht auf den Bildsensor fällt. Wähle die längste Belichtungszeit (teste ggf. auch den Bulb Modus) und passe ISO und Blende entsprechend an. Uuund lass dich von den ganzen Einstellungen nicht abschrecken!“

Falls dir diese Belichtungsdauer für dein Projekt nicht ausreicht, kannst du „Bulb“ oder „Unendlich“ wählen. Das bedeutet einfach, dass du nach drücken des Auslösers so lange belichtest, bis du wieder den Auslöser drückst und die Aufnahme somit beendest. Damit du weißt wie lange du belichtet hast, kannst du dein Handy als Stoppuhr verwenden. Sollte dein erster Versuch nicht direkt gelingen, kannst du so Schritt für Schritt die Belichtungszeit erhöhen. Damit dein Bild nicht verwackelt, startest und beendest du die Belichtungszeit mit dem Fernauslöser.

Wenn du die Belichtungszeit veränderst, weil du mit dem Ergebnis nicht zufrieden bist, musst du auch oft auch ISO-Wert und die Blendengröße anpassen. Sonst kann das Bild zu dunkel oder zu hell werden. Experimentiere ausgiebig mit der Belichtungszeit, aber denke daran die restlichen Faktoren anzupassen. Übung macht den Meister. Isso.

TIPP 3: Stell den ISO-Wert korrekt ein

Der ISO-Wert steht für die Lichtempfindlichkeit des Sensors bzw. des Films und sollte so niedrig sein, wie nur möglich. Fang am besten einfach mal bei 100 an. Der ISO-Wert ist wichtig, wenn du mit der Belichtungszeit Schwierigkeiten hast.

„Der ISO-Wert reguliert die Lichtempfindlichkeit (je höher der Wert, desto lichtempfindlicher der Sensor) und sollte bei Langzeitbelichtungen möglichst niedrig sein.“

Wenn du kürzer belichten musst, als du eigentlich wolltest, musst du den ISO-Wert höher einstellen. Auch hier ist entscheidend, mit welcher Kamera du arbeitest. Einige Kameras sind sogar bei ISO 2500 fast rauschfrei, was vor allem bei nächtlichen Langzeitfotografien wichtig ist.

TIPP 4: Teste die Blendeneinstellungen aus

Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch die Blende. Hiermit lässt sich der Innendurchmesser des Objektivs einstellen. Falls du dir das nicht vorstellen kannst, hier ein Bild mit verschiedenen Blendengrößen bei Wikipedia . Die Blendenzahl wird als „f“ Zahl angegeben. „f“ steht für „fraction“ und bedeutet Bruchteil, da immer nur ein Bruchteil der Blende geöffnet ist (1/f). Wenn du also f=11 hast, gelangt das Licht nur durch einen Bruchteil des Objektivs, nämlich durch 1/11 (1/f). Somit bedeutet eine große Blendenzahl (Bsp. 11) eine kleine Blende (1/11).

„Stell die Blende auf Grund der langen Belichtungszeit recht klein – es gelangt bereits viel Licht auf den Sensor. Desto kleiner die Blende, desto höher die Blendenzahl. Falls deine mögliche Belichtungszeit nicht ausreicht und dein Bild zu dunkel ist, kannst du die Blende schrittweise vergrößern.“

Da bei einer Langzeitbelichtung bereits lange Licht auf den Sensor fällt, muss die Blende so klein wie möglich sein. Andernfalls ist das Bild vermutlich völlig überbelichtet. Die Blendenzahl muss deshalb so hoch eingestellt sein, wie es deine Kamera zulässt, denn: desto kleiner die Blende, desto höher die Blendenzahl.  Wie hoch du gehen kannst, hängt von der Qualität deines Objektivs ab. Gute Objektive haben eine höhere Lichtempfindlichkeit.

TIPP 5: Nimm dir Zeit

Überlege genau, was du fotografieren möchtest. Such dir einen guten Untergrund, auf dem das Stativ sicher steht. Mach einige Probeaufnahmen mit normaler Belichtungsdauer und schau nach, ob das Motiv deinen Vorstellungen entspricht.

Wenn du nicht zufrieden bist, kann es helfen, das Stativ etwas höher oder kürzer zu machen, einen anderen Winkel zu wählen oder das Stativ auch nur einige Meter weiter weg zu stellen.

„Langzeitbelichtungen brauchen Zeit. Such dir vorab ein passendes Motiv an einem Ort, an dem du in aller Ruhe alle Einstellungen austesten kannst. Oft brauch man ein paar Versuche um Belichtungszeit, ISO und Blende optimal aufeinander abzustimmen.“

Langzeitbelichtungen brauchen ihre Zeit. Ist das Bild zu dunkel und du hast bereits die maximale Belichtungsdauer gewählt, kannst du den ISO Wert erhöhen und/oder die Blende weiter öffnen. Ist dein Bild zu hell und ISO und Blende sind schon runter geschraubt, musst du vielleicht nochmal die Belichtungszeit verkürzen. Hier führen zwar nicht alle Wege nach Rom, aber lass dich nicht entmutigen. Du sitzt bereits im richtigen Flieger – plan nur auch Verspätungen ein. Bei deinen ersten Langzeitbelichtungen lernst du deine Kamera erst richtig kennen. Beim zweiten Mal weißt du schon viel besser, was sie leisten kann.

 

TIPP 6: Scharfstellen – und los geht’s!

Bei schwierigen Lichtverhältnissen, im Nebel oder in der Nacht kann der Autofokus Probleme machen. Das manuelle Einstellen kann sich ebenfalls schwierig gestalten. Ein Tipp: Stell die Kamera auf Livemodus, vergrößere das Motiv im Display zwei bis drei Mal und stell dann manuell scharf. Diese Methode ist sicherer als jede andere. Kontrolliere sofort, ob du mit deinem Versuch zufrieden bist.

 

Langzeitbelichtung bei Nacht

Die Schönheit der Nacht – viel Licht bitte

Vielen fallen die ersten Langzeitbelichtungsversuche bei Nachtaufnahmen leichter. Für Aufnahmen bei Tag solltest du dich schon etwas besser mit dem Zusammenspiel von ISO, Blende und Belichtungszeit auskennen. Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel. Schon klar, dass hier das ein oder andere Talent unter unseren Lesern zu finden ist 😉

Vor allem draußen in der Natur sieht man nachts oft weniger, als man im Allgemeinen annimmt. Eine gute Taschenlampe muss deshalb unbedingt dabei sein. Auch dann, wenn die Kamera beim Einstellen aufleuchtet, braucht man eine Taschenlampe um am Ende noch einmal alle Einstellungen genau überprüfen zu können. Da man kein Sonnenlicht wegfiltern muss, braucht man keine Filter und kann sich vollkommen auf die Kamera und das Motiv konzentrieren. Auch bei einer Nachtaufnahme kann der ISO-Wert niedrig bleiben, damit man sich über eventuelles Rausches keine Gedanken machen muss. Rauschen fällt vor allem dann auf, wenn große Teile des Bilds sehr dunkel sind.

Nächtliche Experimente mit Langzeitbelichtung

Die Nacht eignet sich auch wunderbar dafür, mit extremen Langzeitbelichtungen zu arbeiten und die Linse einige Minuten oder noch länger offen zu halten. Dann kann man den Sternenhimmel fotografieren und die Bewegung der Sterne dokumentieren. Aber die Erde dreht sich schneller, als gedacht! Wer die Sterne als klare Pünktchen festhalten möchte, sollte deshalb nie länger als 30 bis 50 Sekunden belichten!

Autolichter – die roten und weißen Streifen der Nacht

Die nächtliche Stadt fasziniert alle Fotografen. Seien es die Menschen, die über die Straßen huschen, die blinkenden Reklameschilder oder die Lichter der Autos: In der Nacht wird alles mystischer, geheimnisvoller. Ein beliebtes Motiv sind deshalb die Autolichter, die bei Langzeitbelichtungen zu langen roten und weißen Streifen werden. Fotografen sprechen hier vom Light-Stream-Effekt.

Wähle dazu einen dramatischen Blickwinkel, der den Blick auf eine Kurve freigibt. Dann scheint es so, als würden die Lichter aus dem Nichts kommen oder im Nichts verschwinden. Wenn du dir eine Einbahnstraße suchst, hast du entweder nur weiße oder nur rote Lichter.

Da die Umgebung scharf sein soll, sollte die Blende zwischen F8 und F12 betragen. Wenn du auch die Umgebung fotografisch festhalten möchtest, solltest du den ISO-Wert höher einstellen. Wenn er niedrig bleibt, wirst du wahrscheinlich nur die Lichtstreifen auf dem Foto haben, während die Stadt nur als schwarzer Umriss erkannt wird. Die Belichtungszeit sollte zwischen 5 und 25 Sekunden betragen, je nachdem wie dicht der Verkehr ist. Du kannst als Einstieg die Sekunden zählen, wie lange es dauert, bis das Auto in deinem Blickfeld auftaucht und dann wieder verschwindet. Diese Sekundenanzahl ist die Mindestdauer deiner Belichtungszeit!

Tipp: Wenn die Blende sehr hoch eingestellt ist, werden umliegende Straßenlampen sehr scharf und glitzern wie Sterne!

 

Langzeitbelichtung bei Tag

Tageslicht – erwünscht, aber bitte nicht zu viel!

Wer tagsüber Langzeitaufnahmen machen möchte, muss sich vor allem mit der Frage beschäftigen, wie man ein solches Foto macht, ohne es zu stark zu belichten. Ohne einen guten ND-Filter geht hier je nach Motiv deshalb oft gar nichts.

Die Belichtungszeit hängt von der Stärke des Filters ab. Er wirkt wie eine Sonnenbrille und hält alles, was zu hell ist, draußen. Einige Fotografen schrauben in solchen Situationen sogar mehrere Filter übereinander.

Für Smartphones gibt es inzwischen Apps, mit denen man berechnen kann, wie lange eine Belichtungszeit bei einem entsprechenden Filter sein kann. Die Berechnung kann auch umgekehrt laufen. Wenn du für dein perfektes Bild 60 Sekunden lang belichten möchtest, dann kannst du per App nachsehen, wie stark dein ND-Filter sein muss, damit es auch funktioniert.

Für welche Belichtungszeit du dich entscheidest, hängt in erster Linie davon ab, was du eigentlich fotografieren möchtest. Ob du tatsächlich einen ND Filter brauchst, musst du mit deinem Equipment selbst testen.

Langzeitbelichtung an der Küste

Langzeitbelichtungen, auf denen das Wasser scheinbar zu Staub und Wolken wird, begeistern Fotografen und Betrachter. Wasser gehört deshalb zu den beliebtesten Motiven überhaupt.

Wasserfälle liegen oft verborgen in dunklen Wäldern und sind deshalb einfacher zu fotografieren als Strände und Küsten, an denen die Sonne ungehindert auf das Motiv fällt.

Mit einem Belichtungsmesser kannst du dich erst einmal darüber informieren, wie stark das natürliche Licht ist. Mit diesen Daten kannst du dann per App ausrechnen, welcher Filter für welche Belichtungsdauer notwendig ist. Falls dir das zu kompliziert ist, musst du dich langsam vortasten. Wenn dein Foto beim ersten Versuch überbelichtet ist, dann stellst du einfach die Blende kleiner (also die F-Zahl größer) und veränderst den ISO-Wert nach unten.

Desto länger die Belichtungszeit ist, desto intensiver wird sich der Vernebelungseffekt des Wassers zeigen. Am Strand ergeben sich schon mit relativ kurzen Langzeitbelichtungen von 0,5 Sekunden wunderschöne Effekte. Die Wellen, die sich auf dem Sand zurückziehen, scheinen sich in Watte zu verwandeln. Wenn du auf 1 Sekunde und mehr einstellst, scheint sich das Wasser vollkommen aufzulösen.

Wasserfälle wie aus Watte

Bei Wasserfällen im Wald musst du anders arbeiten. Hier kannst du wahrscheinlich auf einen ND-Filter verzichten, weil es im Wald meist wesentlich dunkler ist, als das menschliche Auge wahrnimmt.

Miss die Belichtung am hellsten Punkt, den du mit dem Objektiv fokussieren kannst. Das ist meist ein Stein im oberen Bereich des Wasserfalls.

Arbeite mit einer höheren ISO-Zahl und mach eine Reihe von Versuchen. Wenn der Unterschied zwischen Dunkel und Hell allzu groß ist, kann es notwendig sein, den umgebenden Wald völlig auszuklammern und sich mit der Kamera nur auf den hellen Wasserfall zu konzentrieren. Manchmal kann das Problem jedoch nur mit einer Belichtungsreihe und der HDR-Technik gelöst werden, bei der verschieden belichtete Fotos übereinandergelegt werden.

Was sind eure Erfahrungen? Worüber würdet ihr gerne mehr erfahren? Kritik, Anregungen und Liebesbriefe gerne in die Kommentare!

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